Chronologie der RV Geseke
Bernhard Gerken

Die Brieftaubenvereinigung Geseke und Umgebung e.V. besteht seit über 75 Jahren. Dieses ist für den Vorstand und die mehr als 155 Züchter ein Anlass, mit einer Jubiläumsveranstaltung an die Öffentlichkeit zu treten. Hiermit möchten wir ein ¾ Jahrhunder Taubensport Revue passieren lassen.

Begonnen hatte alles am 19. September 1926 in der Gaststätte Siebeneicher am Viehtor. Das war die offizielle Geburtstunde der RV Geseke und Umgebung. Schon vorher gab es einige Taubenfreude, die sich nach dem ersten Weltkrieg zu kleinen Vereinen zusammenschlossen. Der Erste war 1919 in Geseke der Verein Heimatliebe. Die Taubenfreunde mussten aber den Weg nach Paderborn antreten, um an den Wettflügen teilzunehmen. Dort gab es schon eine größere Vereinigung, die solche Preisflüge veranstaltete. „Was die können, das können wir auch“, dachten sich die Geseker Züchter, und so wurde von Bernhard Knies, Franz Lappe, Fritz Utzel, Bernhard Pritzel, Franz Nettsträter, Josef Feldmann, Heinrich Knust, Heinrich Schütte, Bernhard und Wilhelm Hille, Franz klebolte, Josef Lehmenkühler, Ignaz Simon, Josef Utzel, Konrad Schulte, Heinrich Otte, Heinrich Jakobi, Franz Dahlbüding, Josef Köchling, um nur einige zu nennen, die RV Geseke gegründet. Sie gelten als Väter der RV. Der erste Vorsitzende hieß Bernhard Knies, der erste geschäftsführer Franz Lappe. Zehn Vereine aus der Heimatstadt:

Heimatliebe, Fortuna, Westfalentreue, Luftpost, Tempo, Siegespalme und aus dem Umland Kehre wieder Mönninghausen, Treu der Heimat Störmede, Reiselust Langeneicke und Heimkehr Ehringhausen bildeten die Basis an Mitgliedern. Später kamen Gut Flug Verne, BZV Salzkotten, Almegrüße Büren, Erwitte und Sturmvogel Steinhausen hinzu.

Die finanzielle Basis wurde durch einen Winterball am 28.11.1926 bei C.A. Engels, an Markt, geschaffen. Der daraus resultierende Überschuss war das Startkapital. Von diesem, wenn auch bescheidenem Kapital, wurden die ersten Reisekorbe angeschafft. Nun ging es im Frühjahr 1927 in eigener Regie los. Mit der Bahn wurden die Tauben zu ihren Auflassorten befordert. Auflassorte wie, Gandersheim, Magdeburg, Brandenburg, Potsdam, Schneidmühl, Möhrungen, Riesenburg und Insterburg hatten einen besonderen Klang. Aus diesen Auflassorten kann man erkennen, dass die erste Reiserichtung „ Ost ” war. Vadder Dahlbüding, wie er liebevoll genannt wurde, war der erste Reisebegleiter und sorgte für die Verpflegung der ihm anvertrauten Tauben. Später hatte dieses Amt bis 1974 Franz Hanebrink inne. Er wiederum lernte seinen Nachfolger Wilhelm Thiele an, der bis heute mit seinem Sohn Karl-Josef die Tauben in dem mittlerweile neuen, im Jahre 2000 ausschließ1ich aus eigenen Mitteln finanzierter Kabinenexpress transportiert und versorgt. Dieser neue LKW entspricht den neusten Anforderungen zum artgerechten Transport von Tauben und wird im Kreisverband 41 auf den weiten Flügen als gemeinschaftliches Transportfahrzeug eingesetzt.

In den ersten Jahren mussten die Tauben in Körben vom Einsatzlokal bis zur Verladerampe des Bahnhofs, an der Mühlenbreite, transportiert werden. Das besorgte dann Schütten „ alte Bless ” mit der einen Pferdstärke. Der Flachwagen mit den hoch aufgestapelten Körben wurde von den Taubenfreunden flankiert und gestützt, damit sich die wertvolle Fracht nicht verschob. Manche Fassanten konnten mit diesem Gefährt nicht viel anfangen, aber Eingeweihte wussten langst. „Die Duivenvatters bringen ihre Tauben zum Einsatz “.

Bis 1942, also mitten im 2.Weltkrieg, wurden die Tauben noch gen Osten geschickt. Damit war dann Schluss, denn man hatte zu dieser Zeit weit aus größere Sorgen als die Reiserichtung bzw. das Taubenschicken. Nach dem Krieg, noch während der Besatzungszeit, regten sich die Geseker Taubenzüchter wieder. 1946/1947 wurden die ersten geheimen Flüge, die Besatzer hatten Wettflüge verboten, durchgeführt. Die Bahr hatte die Verladerampe verlegt und die Züchter machten die Gaststätte Franz Vollmer, heute „ Alte Waage “, zu ihrem neuen Domizil. Da der Osten verschlossen blieb, schickte die RV Geseke zunächst in nördliche Richtung. Anschliej3end wurde für 10 Jahre die sudwestliche Richtung gereist. Flach kurzen Episoden in die sudöstliche, dam sudwestliche und wieder östliche Richtung wird seit 1995 in den Sudwesten, mit den Endflügen aus Frankreich, geschickt.

Ende der 50er Jahre als der Bahntransport teurer wurde und nicht flexibel genug war, wurde die Beforderung auf die Strasse verlegt. Erst half die Stadt Geseke, später die Spedition Dröge mit einem LKW aus. Dann griffen die Züchter tief in die Tasche und schafften sich, nach einer Zwischenlosung mit der RV Lippstadt, einen eigenen Kabinenexpress mit Anhänger an. Damit vollzog sich auch das Einsatzgeschäft in die Innenstadt nach Johann Kreggenwinkel auf dem Rennenkamp. Als der Rennenkamp ausgebaut wurde, war das Einsatzgeschäft, wegen des zunehmenden Verkehrs, an dieser Stelle nicht mehr tragbar. Die neue Bleibe fanden die Züchter dann 1966 im Lokal Menne, Mühlenbreite, wo sie noch heute ihre Einsatzstelle hat. Damit kehrte die RV wieder an den Ausgangspunkt ihres Einsatzgeschäftes aus den Gründerjahren zurück. Als die RV räumlich und zahlenmäßig zu groß wurde, machten sich Salzkotten, Erwitte und Buren selbstständig. Zwischenzeitlich sind einige Züchter aus Steinhausen nach Büren und die Langeneicker Sportsfreunde vom Verein Reiselust und Flugfreunde nach Erwitte gegangen. Neue Züchter erhielten wir aus Dedinghausen und Salzkotten, Heute besteht die RV Geseke aus 16 Vereinen.

Wenn von der RV Geseke die Rede ist, dann ist damit auch unweigerlich ein Flame verbunden, der diese Gemeinschaft massiv geprägt hat – Bernhard Hille -. In der Viehstrasse 12, einer Schuhmacherwerkstatt, liefen über ein halbes Jahrhundert die Faden zusammen. Bereits 1928 übernahm er die Geschäftsführung von Franz Lappe und legte dieses Amt nach über fünfzigjähriger Tätigkeit 1978 in jüngere Hände. Die Tage und Stunden sind ungezählt, die der passionierte Taubenliebhaber unermüdlich für die Gemeinschaft und Züchter aufbrachte. Für die jungen Züchter hatte Hillen Onkel, wie ihn alle nannten, immer ein offenes Ohr. In stürmischen RV-Tagen brachte er durch sein ausgeglichenes Wesen und hintergründige Humor alles wieder ins richtig Lot. Fine große Lebensleistung, die Worte kaum würdigen können.

Oberhaupt hatte die RV Geseke keinen hohen Verschleiß an Vorstandsmitgliedern. Nach Bernhard Knies führte Franz Nettsträter die RV. Dann lange Jahre Josef Feldmann, später Johann Kreggenwinkel 1966 wurde Josef Sauerland 1. Vorsitzender, der aber aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz 1972 an Josef Otte übergab. Josef Otte und der 2. Vorsitzende Johannes Ruhr leiteten 25 Jahre die Geschicke der RV Geseke.

Mit Albert Coböken und Willi Lammert, übernahmen dann 1996 ein junges Team die Vorstandsarbeit. Mit Franz-Josef Dröge, seit 1978, steht erst der dritte Geschäftsführer in den Annalen der RV Qeseke.

Nicht unbedeutend ist auch das soziale Engagement und die gesellschaftliche Integration der Geseker Taubenzüchter. Durch die Beteiligung an der „Aktion Sorgenkind ” ( heute ,,Aktion Mensch”) erhielt die RV Geseke unzählige Pokale vom Verband Deutscher Brieftaubenzüchter für dieses Engagement. Der Verband hat bis heute für diese Aktion über 14 Millionen DM gestiftet. Dieses schaffte bisher kein anderer Verband oder Verein.

Konstantiersysteme früher (links) und heute (rechts)

Konstantiersysteme früher (links) und heute (rechts)

Höhepunkte der RV Geseke

75 Jahre Jubiläum75 Jahre Jubiläum

75 jähriges Jubiläum

75 Jahre Jubiläum der RV Geseke im Jahr 2001

Weit über 400 Gäste aus der heimischen Politik, Vorstände von benachbarten Brieftaubenreisevereinigungen aus ganz OWL, Geseker Sportvereine, besonders geladene Gäste und natürlich die eigenen Mitglieder der RV Geseke mit ihren Frauen kamen in der Aula des Gymnasiums Geseke zusammen.

Regionalausstellung des Regionalverbandes - 250 - OWLRegionalausstellung des Regionalverbandes - 250 - OWLRegionalausstellung des Regionalverbandes - 250 - OWL

Regionalausstellung des Regionalverbandes - 250 - OWL

Regionalausstellung des Regionalverbandes – 250 – OWL
04.01. – 06.01.2008
Ausstellung, Züchterforum mit vier Spitzenzüchtern aus der BRD und Brieftaubenreisevereinigung kamen in der neuen Nissan-Halle des Autohauses Auge an der Bürener Straße in Geseke zusammen:
Weit über 500 Brieftaubenfreunde beim Züchterforum am 04.01.2008.
Am 05.01.2008 großer Ball mit Siegerehrung im Landhaus Günter, Lippstadt-Hörste
Am 06.01.2008 Brieftaubenversteigerung in der Nissan Halle des Autohauses Auge in Geseke